Myofunktionelle Störungen

Inga Marlen Bäte, B.A. Sonderpädagogik, Logopädin

(Leibniz Universität Hannover, Betreuung: U. Stitzinger)

1. Materialien/Hilfsmittel

Zur Unterstützung der Myofunktionellen Therapie können verschiedene medizinische Hilfsmittel eingesetzt werden. Dazu gehören unter anderem:

BalloVent® Es handelt sich dabei um (Luft-)Ballons unterschiedlicher Materialdichte, die für die Verbesserung von Atmung und Haltung sowie zur Vorbeugung und Therapie von Dysfunktionen im orofazialen Bereich eingesetzt werden.

Position Trainer Der Postion-Trainer wird häufig bei Kindern mit beginnendem Zahnwechsel (Alter 6-10 Jahre) eingesetzt. Er soll die Wangen, Lippen und Zunge davon abhalten, sich zwischen die Zahnreihen zu legen. So können die Zähne in ihre korrekte Position hineinwachsen und die Lage von Oberkiefer und Unterkiefer korrekt einstellen. Dadurch kann auch die Zungenlage korrigiert werden, wodurch sich der Position Trainer als geeignetes Hilfsmittel zur Vorbeugung und Behandlung von MFS anbietet.

TENS (Transkutane Elektrische NervenStimulation) Dieses Verfahren wird insbesondere in der Schmerzbehandlung aber auch zur Muskelstimulation eingesetzt. Dabei werden über Elektroden elektronische Strömungen verabreicht. Die Stimulation und Entspannung der Muskeln kann förderlich für die MFT wirken.

NOVAFON Bei dem NOVAFON handelt es sich um ein Schallwellengerät, welches durch tiefgehende mechanische Vibrationen die Muskelaktivität erhöhen und die Informationsweiterleitung an das Gehirn anzuregen soll. Es wird daher häufig in der MFT eingesetzt.

Faceformer Bei dem Faceformer handelt es sich um ein medizinisch zugelassenes Trainingsgerät, welches in den 1980er Jahren von dem Ehepaar Berndsen entwickelt wurde (vgl. Berndsen & Berndsen 2016b). Im Gegensatz zu vielen anderen eingesetzten Hilfsmitteln bewirkt der FaceFormer nicht nur im unmittelbaren Zeitpunkt der Anwendung seine Wirkung, sondern soll darüber hinaus durch den wiederholten, langfristigen Einsatz zu einem anhaltenden Therapieerfolg beitragen (vgl. Berndsen & Berndsen 2016c). So können durch das Myofunktionelle Training mit dem FaceFormer die orofazialen Muskeln harmonisiert und dabei Muskelketten aktiviert werden, die für eine bessere Körperhaltung im Bereich der oberen Halswirbelsäule bis hin zur Lenden-Becken-Hüft-Region verantwortlich sind (vgl. Ohlendorf & Herget 2010a). Darüber hinaus kam eine an der Universität in Frankfurt durchgeführte Pilotstudie aus dem Jahr 2009 zu dem Ergebnis, dass mit der FaceFormer-Therapie innerhalb von sechs Monaten eindeutige Verbesserungen der Körperhaltung und eine Korrektur der Beckenlage erzielt werden konnten (vgl. Ohlendorf & Herget 2010b). Der FaceFormer kann daher als hilfreiches, aber nicht zwingend notwendiges Hilfsmittel bei der Behandlung einer MFS eingesetzt werden.

Weblinks

Berndsen, K. & Berndsen, S. (2016b). FaceFormer. Im Internet publiziertes Dokument: http://www.faceformer.de/home/about/ [24.08.2016].

Berndsen, K. & Berndsen, S. (2016c). FaceFormer. Im Internet publiziertes Dokument: http://www.faceformer.de/faceformer/ [24.08.2016].

Ohlendorf, D. & Herget, A. (2010a). Face-Former-Therapie – Teil 1. Im Internet publi- ziertes Dokument: http://www.zmk-aktuell.de/fachgebiete/prothetik/story/face-former-therapie--teil-1__356.html [25.08.2016].

Ohlendorf, D. & Herget, A. (2010b). Face-Former-Therapie – Teil 2. Im Internet publi- ziertes Dokument: http://www.zmk-aktuell.de/fachgebiete/prothetik/story/face-former-therapie--teil-2__3974.html [25.08.2016].


2016/11/06 23:56, Ulrich Stitzinger

therapie/myofunktionelle_stoerungen.txt · Zuletzt geändert: 2016/11/07 00:30 von stitzinger
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